Schwangerschaftsbeschwerden: Ischiasschmerzen (Ischialgie)

Eine Schwangerschaft ist ein wunderschönes Ereignis im Leben einer Frau. Wir sind (meist) voller Energie, sind euphorisch und glücklich. Doch auch wenn die Schwangerschaft weitestgehend gut verläuft, haben einige Frauen mit Schwangerschaftsbeschwerden zu kämpfen. Heute soll es um den Ischias gehen…
Ich hatte am Anfang meiner Schwangerschaft mit starken Ischiasschmerzen, auch Ischialgie genannt, zu kämpfen. Eigentlich treten diese Schmerzen eher am Ende der Schwangerschaft auf. Das Gewicht des Kindes, der Gebärmutter, des Fruchtwassers, usw. üben starken Druck auf das weibliche Becken aus.

Der Ischias ist ein Nerv (Nervus ischiadicus), der an der Lendenwirbelsäule beginnt, über den Gesäßmuskel zum Kniegelenk und bis hinunter in den Fuß verläuft. Wenn das kindliche Köpfchen Druck auf diesen Nerv ausübt, kann das zu starken Schmerzen führen.

Ich war gerade erst in der 12. SSW, als diese Schmerzen zum ersten Mal auftraten. Wie schon erwähnt, ist das relativ früh. Am Anfang traten die Schmerzen, die sich wie ein starkes Pieksen anfühlten, beim Vorbeugen, Niesen und Husten auf. Auf einer Skala von 1-10 hätte ich den Schmerz in dieser Schwangerschaftswoche einer 2 zugeordnet. Zu diesem Zeitpunkt hat der Schmerz meinen Alltag nicht großartig beeinträchtigt, da dieser wie gesagt nur bei bestimmten Bewegungsabläufen zu spüren war. Die Schmerzen wurden schnell unangenehmer und etwa 1 Woche später traten diese immer öfter beim laufen, sitzen und liegen auf. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch

Nur die Harten, komm´ in Garten!

Ich habe mir ein warmes Kirschkernkissen auf den Nerv gelegt, ein warmes Bad genommen und Massagen von meinem Partner erhalten. Leider trat nur eine minimale Besserung ein, die jedoch nicht lange anhielt. Auf der Schmerzskala eine 4-5.

In der 13. SSW wurde es deutlich schlimmer. Ich habe beim Laufen mein linkes Bein nachgezogen. Das Auftreten tat weh und der Schmerz war inzwischen fast lähmend. Ich habe mich gar nicht mehr richtig getraut aufzustehen und einige Bewegungsabläufe brachten mich fast zum weinen.
Eine Kollegin, die das Kinesio-Tape bei Beschwerden jeglicher Art anwendet, hat mir angeboten, diese Therapieform bei meinen Ischias-Beschwerden anzuwenden. So wurde mir von der rechten Hüfte, über den Po, den Oberschenkel bis hinunter zur Ferse ein blaues Tape aufgeklebt (körperlich wirken die blauen Tapes dämpfend, wärmeentziehend, entzündungshemmend, harmonisierend und entspannend).
Das Tape sollte so lange wie möglich, am besten 2-7 Tage, auf der Haut kleben bleiben. Als die Woche vorbei war, waren die Schmerzen fast verschwunden. Nur noch beim Vorbeugen hatte ich ein leichtes Ziehen (Schmerzskala 2). Ich hatte gehofft, dass die Schmerzen nun weiter besser und dann verschwinden würden. Leider war dem nicht so und es wurde erneut schlimmer, sodass ich eine Woche später wieder bei meiner Kollegin aufschlug, die mich diesmal akupunktieren wollte.
Die Akupunktur wurde im liegen auf der Seite durchgeführt, woraufhin die Nadeln für 20 Minuten drin geblieben sind. Jeder empfindet die Akupunktur anders, ich empfand die Einstiche kaum erwähnenswert. In den 20 Minuten kam ein Wärmegefühl auf. Ebenfalls wurde ich entspannter und müde.
Meine Kollegin teilte mir mit, dass ich nichts weiter beachten müsse und nach 4 Tagen erneut zur Akupunktur kommen solle. Dazu hat sie mir von einer möglichen Erstverschlimmerung erzählt. Die Symptome, sprich die Schmerzen, können vorerst schlimmer werden, ehe dann eine Verbesserung eintritt. Dies ist nicht ungewöhnlich und zeigt, dass der Körper positiv auf die Akupunktur reagiert.
Ich bin also nach der Akupunktur wieder losgefahren und habe mich mit einer Freundin getroffen. Die Schmerzen waren immer noch wie vor der Behandlung. Nach ca. 5 Stunden war ich in einem Drogeriemarkt, stand vor einem Regal und wollte mich umdrehen. Dies war mir nicht mehr möglich! Ich hatte unglaubliche Schmerzen. Jede kleinste Bewegung ließ mir die Tränen in die Augen schießen. Mein Bein konnte ich nur noch hinter mir herziehen. Normalerweise brauche ich von diesem Drogeriemarkt ca. 10 Minuten zu Fuß nach Hause. An diesem Tag habe ich 30 Minuten gebraucht.
Zu Hause angekommen, habe ich mich sofort hingelegt. Ich konnte mich kaum von einer Seite zur anderen drehen. Das Auftreten war unglaublich schmerzhaft und die Nacht war die Hölle. Ich habe wirklich weinen müssen. Mein Partner wusste nicht mehr weiter.  Schmerzskala 8-9!
Ich dachte an die Worte meiner Kollegin (Erstverschlimmerung). Das war sie mit Sicherheit und ich hoffte auf den nächsten Tag. Dieser war auch nicht sonderlich besser. Im Nachhinein vielleicht eine 7-8.
Am darauf folgenden Tag trat endlich Besserung ein. Die Schmerzen waren weniger, jedoch immer noch während aller möglichen Bewegungsabläufe präsent. An Tag 4 bin ich erneut akupunktiert worden, die Schmerzen waren viiiiiel besser (Schmerzskala 5). Von da an ging es bergauf, sodass ich an Tag 7 komplett schmerzfrei war!
Die Schmerzen sind in der restlichen Schwangerschaft kein einziges Mal mehr aufgetreten. Damit dies weiterhin so blieb, fing ich mit dem Schwangerschaftsschwimmen an.

Ich bin unglaublich froh, dass ich für mich eine tolle Lösung gefunden habe, auch wenn die Erstverschlimmerung der Akupunktur wirklich sehr schmerzhaft war. Es hat sich definitiv gelohnt.
Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich die Ischiasschmerzen bedeutend schlimmer empfunden habe, als die Geburtswehen. Unter der Geburt hat man tolle Wehenpausen, die ich mit meinem Ischias leider nicht hatte.
Die Akupunktur hat sich für mich des öfteren in der Schwangerschaft bewährt. Dies greife ich allerdings in einem anderen Artikel auf. 😉

Hattet ihr auch Probleme mit eurem Ischias? Wenn ja, was für Therapien habt ihr ausprobiert? Was hat sich für euch bewährt?
Wir freuen uns auf die Kommentare!

Eure Ceylan

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